Die Alben gehören zu den ältesten bekannten intelligenten Völkern des Kontinents. Obwohl sie Menschen oberflächlich ähneln, unterscheiden sie sich in Körperbau, Wahrnehmung, Kultur und Zeitverständnis grundlegend von ihnen. Ihre Geschichte beginnt nicht mit einer Evolution, sondern mit einem Experiment.
Ein Volk ohne natürliche Herkunft
Nach den ältesten Überlieferungen entstanden die Alben nicht auf natürlichem Wege.
Vor Jahrtausenden suchte eine inzwischen verschwundene außerirdische Spezies nach einem Heilmittel gegen eine verheerende Seuche, welche ihre Zivilisation an den Rand der Auslöschung brachte. Menschen erwiesen sich als überraschend resistent gegen den Erreger. In der Hoffnung, diese Eigenschaft auf sich selbst übertragen zu können, begannen die Alten mit genetischen Hybridisierungsprojekten.
Das Ziel wurde nie erreicht.
Statt eines Heilmittels entstand etwas anderes:
Die Alben.
Die Alten verschwanden. Die Alben blieben zurück.
Heute erinnern nur noch Fragmente ihrer Geschichte an ihre künstliche Herkunft.
Fremd, aber nicht unmenschlich
Wer einem Alben zum ersten Mal begegnet, erkennt sofort, dass er keinen Menschen vor sich hat.
Alben wirken größer, schmaler und seltsam kontrolliert.
Ihre Bewegungen erscheinen oft zu ruhig, ihre Haltung zu stabil und ihre Reaktionen zu präzise. Viele Menschen berichten von dem Gefühl, eher beobachtet als angesehen zu werden.
Typische Merkmale:
- Körpergröße zwischen 2 und 2,4 Metern
- lange Arme und Beine
- schmale Gesichter
- große dunkle Augen
- kaum sichtbare Nasenstruktur
- sechs Finger pro Hand
- blasse, leicht wachsartige Haut
Trotz ihrer Größe bewegen sie sich bemerkenswert lautlos.

Die Tiefe
Das wohl bemerkenswerteste Merkmal ihrer Spezies ist die Fähigkeit zur sogenannten Tiefe.
Dabei versetzt ein Albe seinen Körper in einen extrem verlangsamten Zustand. Stoffwechsel, Herzschlag und Körpertemperatur sinken drastisch ab. Während dieser Zeit regenerieren sich Gewebe und Organe.
Ein Albe kann Wochen, Jahre oder sogar Jahrzehnte in der Tiefe verbringen.
Nach dem Erwachen ist sein Körper oftmals biologisch jünger als zuvor.
Doch die Regeneration hat ihren Preis.
Mit jeder Tiefe gehen Erinnerungen verloren.
Nicht vollständig, sondern stückweise.
Gesichter verschwinden.
Namen verblassen.
Emotionale Bindungen lösen sich auf.
Deshalb führen viele Alben umfangreiche Erinnerungsarchive, um ihr eigenes Leben zu dokumentieren.
Eine Kultur der Erinnerung
Da Erinnerungen vergänglich sind, messen Alben ihrer Bewahrung außergewöhnliche Bedeutung bei.
In vielen Städten existieren:
- Erinnerungshäuser
- Lebensarchive
- Ahnentafeln
- Gedächtnisbibliotheken
- persönliche Chroniken
Ein Albe kann mehrere Versionen seines eigenen Lebens dokumentiert hinterlassen haben.
Manche betrachten die Person vor einer Tiefe und die Person danach sogar als unterschiedliche Individuen.
Für Menschen wirkt diese Sichtweise oft befremdlich.
Für Alben ist sie selbstverständlich.